In einem prunkvollen häuslichen Innenraum empfängt die Madonna die Ankündigung ihrer göttlichen Mutterschaft vom Engel, eine Episode, die in den Evangelien von Lukas und Matthäus erzählt wird. Der Dreifachbogen im Hintergrund umrahmt die Figuren im Vordergrund und beschleunigt die Fernrohrperspektive, die sich auf einen Hortus Conclusus öffnet, den unberührten Garten, Symbol der Jungfräulichkeit Mariens. Ganz rechts lugen zwei Mägde heraus, fast erschrocken über die Anwesenheit des unerwarteten Besuchers. Ganz rechts die Spender, zurückhaltende Zeugen der Szene. Die goldenen Stickereien der Stoffe, die Arabesken und Pflanzenmotive auf den Möbeln, die Flügel und Locken der Haare des Engels, die gesprenkelten Marmore der Säulen sind mit äußerster Detailtreue wiedergegeben, was auf eine Kenntnis und einen Einfluss der zeitgenössischen flämischen Malerei hinweist (ebenso sichtbar in der Madonna von Tarquinia, die im selben Raum ausgestellt ist). Vermutlich wurde der Tisch ursprünglich als Altaraufsatz in der Kapelle einer Kirche aufgestellt. Der leere Raum, der sich in der unteren Mitte öffnet, könnte im Dialog mit dem realen Raum der Kapelle stehen, vielleicht eine bildliche Verlängerung der Stufen, auf denen die Gläubigen beteten.